Reisen mit Katerina - Teil 2.



Liberec – Wintersporthochburg der Prager


In meinem zweiten Blogbeitrag geht es um eine erfolgreiche Winterreise nach Liberec.


Da ich einen Wochenende-Familienausflug in das Pytloun City Boutique Hotel in Liberec geplant hatte, der genehmigt wurde, habe ich für das zweite Dezember-Wochenende reserviert. Denn wer weiss schon, wie sich die Situation entwickeln wird, ob es möglich sein wird zu reisen, ob Hotels und Kneipen wieder schliessen werden. Also gingen wir hin. 


Natürlich wurde vor der Reise gepackt, was für eine vierköpfige Familie, die eine Winterreise unternimmt, immer ein Vergnügen ist. Naja, das ist nur für mich ein Leckerbissen, denn mein Mann ist schon gross, also packt er selbst, für den Hund nimmst du eine Decke und Trockenfutter. Aber für die Kinder musst du alles doppelt nehmen, denn die werden im Schnee bestimmt nass, und dann vergiss die Hausschuhe aus dem Kindergarten nicht, auch ein paar Spiele bitte in die Rücksäcke pakcen und auf jedem Fall Stirnlampen, ja, die brauchst du bestimmt auch, oder? Lego? Bitte nicht, eure Rucksäcke sind vollgestopft mit Dinosauriern, Transformern, Autos, Waffen, ich denke, das reicht. 


Wir sind gegangen und gleich wieder zurückgekommen. Warum ist das so? Wer hat was zu Hause gelassen? Ich. Snowboardbrille. Solange ich alles für alle anderen eingepackt habe, klassisch. 


Das Hotel Pytloun liegt direkt im Zentrum von Liberec. Die Lage ist also grossartig, aber das Parken ist etwas schwierig, und da mein Mann die Verkehrsregeln respektiert, weigerte er sich, in die Einfahrtsverbotszone zu fahren und das Auto dort mit den Blinken stehen zu lassen, bis wir ds ganze Zeug für das Wochenende abschleppen würden. Es gab einen kleinen Schlagabtausch, wir liessen das Auto ohne Scheuklappen stehen und gingen die Treppe hinauf. 


Das Hotel war sehr schön, das Zimmer auch, nur der versprochene Blick auf den Jested fand nicht statt, weil niemand das Wetter vorher abgesprochen hatte.  


    


Wir packten aus, die Jungs sprangen auf den Betten herum, wofür wir am nächsten Tag von der Hotelleitung eine Standpauke bekamen, weil sich die Gäste aus den Nachbarzimmern beschwerten. Ich ging zum Nachtskifahren und mein Mann ging mit den Jungs und dem Hund zum Abendessen. 


Nachtskilauf supeeer! Wir haben es geschafft, ein Datum zu wählen, an dem die Saison auf dem Jested gerade eröffnet wurde! Ich parkte in der vierten Reihe der Prager auf dem Parkplatz unter der Skipiste um genau 18:00 Uhr, ale der Abend begann, und ich kam erst um unglaublich 18:47 Uhr am Lift an! Es ist ein bisschen schade für die Organisation, wenn alle die Leute, die sich auf das Skifahren freuen, in einer Schlange stehen, in der sie mit einer Dame durch das Fenster einen Skipass kaufen können, obwohl sie sich natürlich fertig machen und auch ihr Smartphone schauen können, alles online erledigen und einfach nach nebenan gehen könnten, um einen Skipass zu bekommen. Aber niemand hatte eine Ahnung, also zückten vielen von uns in der langen Schlange vor dem Fenster ihre Handys, tippten alle notwendigen Daten und Punkte ein, bekamen ihre Skipässe und los ging´s! 


Das Snowboarden wird im Sommer nicht vergessen, genauso wenig wie das Biken im Winter. Ein Jahr ohne Berge hat sich bemerkbar gemacht, aber nach einer Weile habe ich mich daran gewöhnt und es war grossartig. Alle waren ganz allgemein begeistert, dass wir wieder gehen konnten. 


    


Am Samstag sind wir nach einem wirklich reichhaltigen Frühstück, (mein älterer Sohn hat viele Würstchen dazugegeben, dann Joghurt mit Pommer und las Krönung Kuchen) als Familie auf die Piste gegangen. Zwei kleine Kinder und mich selbst in alle Schichten zu kleider, alle Sachen aus dem Zimmer zu räumen, die von einem Hund zerkaut werden könnten, wenn man sie für ein paar Stunden allein lässt, nich zu fluchen und nicht völlig durchgeschwitzt zu sein, ist eine solide Leistung. 


Auf den Pisten liehen wir den Kindern die Ausrüstung. Der Jüngere versuchte sich zum ersten Mal Skiern, der Ältere auf dem Snowboard. Wir bezahlten für eine Stunden einen Lehrer, denn irgendwie nehmen Kinder die ersten und grundlegenden Informationen und Techniken immer besser auf, wenn sie von einer anderen Autoritätsperson als einem Elternteil unterichtet werden. Es hat allen sehr viel Spass gemacht, sowohl den Lehrern, die wirklich geduldig und nett sind, die wissen, wie man mit Kindern arbeitet und dafür wahrscheinlich auch noch viel Geld bekommen, oder zumindest ihrem Chef, als auch den Kindern, die trotz des ganzen Gejammers und Gestöhns ein paar Mal den Übungshügel hinuntergefahren sind und ein gutes Gefühl hatten, aber dann meistens einen schrecklichen Unger auf etwas Süsses.  


Wir Erwachsenen drehten vernünftigerweise unsere Runden auf der grossen Schanze, wobei mein älterer Sohn noch versuchte, mit dem Snowboard die Übungswiese hinuterzufahren, un dann packten wir ein. Liessen Papa auf den Schanze zurück, weil er mit der Strassenbahn in einer Viertelstunde gut zum Hotel kommen kann, beluden das Auto und fuhren zurück zum Hotel. Ein bisschen aufwärmen, abtrocknen, ausruhen und abends zum Essen gehen. Eine Massage oder eine andere Art von Wellness-Entspannung stand leider nicht auf unserem Programm. 


    


Wir assen im Restaurant Zlatý Kohout, das sich im zweiten Pytloun Hotel in Liberec, im Pytoun Grand Hotel Imperial, befindet. Auf dem Weg zu Abendessen wollte ich mit den Kindern und dem Hund noch ein wenig durch die Stadt spazieren und mit den Marktplatz ansehen, während wir hier waren. Obwohl Weihnachtsmärkte eigentlich verboten sind, war der Platz in Liberec lebendig. Ein schöen geschmücktes Rathaus, ein richtiger Weihnachtsbaum, hier und da ein Glühwein, eine schöne grosse Krippe, aber das Wichtigste war das Karussell! Ein riesiges Riesenrad, in das ich die Kinder schliesslich überredet habe, mitzufahren. Also musste ich sie erst einmal mit einem Karussell für die Kleinen verwöhnen, dann wagten sie sich mit mir nach oben. Was für eine Aussicht! Bei der dritten und letzten Fahrt liessen sie uns ganz oben für ein paar endlose Minuten stehen, und zu diesem Zeitpunkt war ich mir nicht mehr so sicher, ob ich die Kinder mit auf das Riesenrad nehmen sollte. Wir überleben, hatten viel Spass und konnten am Abend durch eine schön weihnachtlich geschmückte Stadt zum Abendessen gehen.


Das Abendessen war üppig. Unglaublich freundlicher und nachsichtiger Oberkellner, ausgezeichnetes Essen und noch besseres Eis zum Nachtisch. Es gibt auch einen raffiniert eingerichteten Speilbereich neben dem Restaurant, so dass die Jungen mit ein paar unglaumourösen Spielsachen spielen und durch die beleuchtete Stad zurück in ihr Zimmer gehen konnten, wo die Kinder sofort einschliefen. 


    


Am Sonntag tauchte Jested endlich auf, und es war eine Freude, ihn von der Terasse des Zimmers aus an diesem herrlich sonnigen, frostigen Morgen zu sehen. Wir packten zusammen, checken aus dem Hotel aus und fuhren wieder den Berg hinauf. Mein Mann und ich wechselten uns auf der grossen Piste ab, und der Hund heulte ein wenig, während er an der lampe angebunden war. Aber er hatte eine Decke dabei, und do beruhigte er sich nach einer Weile, legte sich ihn und liess uns weiter dem Winterspass frönen. Die Sonne schien nur auf die Spitze des grossen Hangs und es war so schön, dass es fast schon kitschig war. Och. 


Dank des verschneiten Jested und des Saisonbeginns haben wir unser Wochenende in Liberec eher sportlich als städtisch gestaltet, und es war einfach grossartig. 


Autor des Artikels:

Kateřina Čmoková